Montag, 24-04-2017, 21:02
Mariä Himmelfahrt, Kath. Pfarrgemeinde, Dreifaltigkeitskirche, Evang. Kirchengemeinde Aub
Mariä Himmelfahrt


Grüß Gott und willkommen in unserer Kirche

Mariä Himmelfahrt

in Aub

Sie sind eingeladen diese Kirche mit ihren Schätzen zu betrachten.
Bleiben Sie aber nicht nur bei diesen kunsthistorischen Schätzen stehen, sondern
schauen Sie darüber hinaus. Denken Sie daran, dass eine Kirche ein Haus des Gebetes,
ein Haus der Anbetung Gottes ist.

Durch alle Zeiten haben Menschen ihr Leben mit einem Weg verglichen. Auf diesem Weg
wollten sie immer wieder Raststellen haben, um auszuruhen, um neue Kraft zu schöpfen.
Jede Kirche sollte ein solcher Rastplatz sein. So mag auch unsere Kirche jetzt Rastplatz auf dem Weg werden.
Sie haben durch das Hauptportal unsere Kirche betreten und sind jetzt im Westchor.
Bleiben Sie hier kurz stehen und nehmen Sie sich etwas Zeit zum

abschalten – umschalten orientieren

Der erste gesicherte Kirchenbau in Aub stammt aus dem Jahre 1136. Wenn Sie draußen
um die Kirche herumgehen, sehen Sie noch die Grundrisse dieses spätromanischen
Münsters. Es ist durch andere Pflastersteine herausgehoben. Diese mittelalterliche
Kirche war ungefähr um ein Viertel größer als der heutige Bau.


In der Zeit des Fürstbischofs Julius Echter wurde dieses mittelalterliche Münster abgerissen,
weil es einfach zu groß war.
Der neue Kirchenbau um 1610 bis 1615 geschaffen, war eine Hallenkirche mit hohen und lichten Fenstern. Der Hochchor ist der eindruckvollste Bauteil aus dem 17. Jahrhundert.
Das Schiff könnte ungefähr so ausgesehen haben wie die Kirche heute. Es war als dreischiffige Anlage konzipiert.

Um 1750 wurden die Stützen und die Gewölbe im Langhaus heraus gebrochen und ein Saalraum geschaffen, den nun eine einzige Spiegeldecke überspannte.
Am 12. April 1945 wurde die Stadtpfarrkirche mit Phosphorgranaten beschossen. Es blieben
nur die ausgeglühten Mauern des Schiffes und der Chor mit dem Hochaltar stehen.
Beim Wiederaufbau entschied man sich zur Entlastung des alten Mauerwerks für eine Eisen-
Konstruktion, deren Stützen den Kern für die jetzigen schlanken Pfeiler bilden.
Die ursprüngliche Dreischiffigkeit der Kirche wurde so wieder angedeutet.

Wenn Sie sich jetzt etwas genauer in der Kirche umschauen, fällt Ihr Blick mit Sicherheit auf die Riemenschneidergruppe. Diese Kreuzigungsgruppe wurde vom Meister Tilman Riemenschneider sehr wahrscheinlich um das Jahr 1510 geschaffen und zählt unbestritten
zu den persönlichsten Werken. Der Platz, an dem die Riemenschneidergruppe hängt, ist nicht der Originalplatz. Wir haben uns für diesen Platz entschieden, weil hier zum Ausdruck kommt: Vom Tod sind wir zum Leben unterwegs. Seit dem Geschehen am Karfreitag
ist für uns Christen der Tod nicht mehr das Ende, sondern ein neuer Anfang.
In der Taufe sehen wir den Grundstein dieses neuen Lebens.
Aus dieser Überlegung heraus, wurde der Taufstein in die Nähe der Kreuzigungsgruppe gestellt.
Der Völkerapostel Paulus schreibt einmal im Römerbrief.
„Wisst Ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod und wie
Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurden, so sollen auch wir als neue Menschen leben .“ (Röm. 6, 3-5)

Maria, die Mutter Jesu, ist der erste „neue Mensch“ den Paulus in seinem Römerbrief beschreibt.
Die Kirche in Aub trägt seit Anfang an den Namen der Gottesmutter. Sie begegnet uns in
Vielen Darstellungen aus verschiedenen Jahrhunderten :
Unter dem Kreutz zusammen mit Johannes in der Riemenschneidergruppe.
Mit dem toten Sohn in ihrem Schoß am Aufgang zur Empore. Diese kleine Pieta ist 1750 von Johann-Michael-Josef Auwera geschaffen worden.

Als Mutter mit dem kleinen Sohn auf dem Arm ist sie dargestellt in der Nische rechts. Dieses Bild der Gottesmutter ist die älteste Darstellung in unserer Kirche, geschaffen im 12. Jahrhundert.



Maria hat sich Gott geöffnet, so dass er durch sie Mensch werden kann und deshalb besiegt sie das Böse. Sie steht über den Bösen, dargestellt symbolisch als Schlangenkopf.




Unser Lebensweg, der in der Taufe zum Glaubensweg wird, ist immer ein Weg im Zeichen des Todes. Darauf machen uns die Grabmäler im rechten Seitengang aufmerksam. Aber nicht die Steine, die das Grab verschließen, haben das letzte Wort, sondern der Stein wird weggewälzt. Der erste Mensch bei dem dies geschieht, ist Maria, die Gottesmutter.
Daran erinnert uns das Relief des Heimgangs der Muttergottes, das leider im Krieg zerstört wurde. Auch im linken Seitengang gehen wir den Weg im Zeichen des Todes, wenn wir den Kreuzweg Jesus betrachten.


Auf diesem Weg sind wir immer wieder eingeladen das Word vom Leben zu hören und das Brot des Lebens zu essen. Darauf machen uns der Ambo und der Volksaltar aufmerksam.
Auf dem Ambo können wir das Wappen Julius Kardinal Döpfners sehen, der 1951 die Kirche
Wieder eingeweiht hat. Auch seinen Wahlspruch können wir lesen:
“Wir aber verkündigen Christus den Gekreuzigten.“

Auf dem Altar wird uns immer wieder das Brot des Lebens bereitet. Wir bringen unsere Gaben Brot und Wein und in diesen gaben uns selber.
Gott nimmt diese gaben der menschlichen Arbeit und der Frucht der Ernte an und wandelt sie uns in den Leib und in das Blut Jesu und schenkt sie uns als Kraftnahrung für unseren Lebensweg. An dieses Geheimnis erinnert uns das Relief auf dem Volksaltar.

Am Ende unseres Weges steht die Himmelfahrt, die dargestellt ist im barocken Hochaltar, der 1692 von dem Würzburger Bildhauer Johann Brandt geschaffen wurde. Das Altarblatt zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel und ist ein Werk des Würzburger Hofmalers Oswald Onghers. Die beiden Seitenfiguren Joachim und Anna, die Eltern von Maria, wurden von Johann-Georg Auwera geschnitzt.
Auf unserem Lebensweg, mit all seinen Unsicherheiten und Untiefen, dürfen wir wissen, Gott lässt uns nicht fallen. Er lässt uns nicht untergehen, er hebt uns empor zu sich in den Himmel,
in seine Geborgenheit und in seine Liebe.
Die neuen Seitenaltäre wurden 1990 von dem Bildhauer Willi Grimm aus Lindenholz
Geschnitzt.
Die beiden Hauptfiguren - Mutter Gottes und Sebastian – befanden sich bereits in unserer Kirche. Der Hl. Sebastian war seit 1873 Teil eines Seitenaltares, der zerstört wurde.

In dem neu geschaffenen Seitenaltar (rechter Altar) sollte deshalb der Hl. Sebastian wieder Mittelpunkt sein.

Wie der Hl. Sebastian in seiner Zeit Zeugnis für Jesus Christus gab, so sollen auch wir heute Zeugnis geben.
Unser Zeugnis muss in unserem Leben Gestalt gewinnen. Wie dies geschehen kann, sagt Jesus uns selbst, wenn er betont :
„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr für mich getan“
(Mt. 25,40).

Und so können wir als zeugnisgebende Werke sehen:
1. Hungrige speisen
2. Kreuz mittragen
3. Für Kranke da sein
4. Unwissende lehren
5. Trauernde trösten
6. Gefangene befreien
7. Miteinander beten
8. Obdachlose Heimat geben


Der linke Altar will deutlich machen, dass die Menschwerdung Gottes nicht ein einmaliges Geschenk in der Geschichte ist. Gott will auch in unserer Zeit und bei uns Mensch werden.

1 - Um dies zu zeigen, finden sie nicht das vertraute Bild vom Kind im Stall, sondern ein
Kind vor einer unserer Städte mit Hochhäusern und Fabriken.

2- Aber wie damals bleibt uns heute auch die Wahl zwischen Gleichgültigkeit, Ablehnung
und Anbetung.

Dieses Geschenk der Menschwerdung Gottes sollen wir in unser tägliches Leben übertragen, das in Aub geprägt wird durch:

3- Landwirtschaft
4- Handwerk
5- Gemeinschaft
6- Familien
7- Mitten in Aub und durch jeden von uns will Gott Mensch werden


Beim Zurückgehen sind wir eingeladen noch die Decke mit ihren Symbolen anzuschauen.
Sie wurde beim Wiederaufbau der Kirche nach dem 2. Weltkrieg von Georg Merkel und Josef Reisel geschaffen. Im rechten Seitengang erkennen wir Symbole, die uns den freudenreichen Rosenkranz vor Augen stellen. Im linken Seitengang finden wir Symbole, die uns auf den glorreichen Rosenkranz hinweisen.

In dem Deckenabschnitt zwischen den Pfeilern sehen wir Symbole, die uns noch einmal auf Maria verweisen. Sie sind entnommen aus der lauretanischen Litanei, in der Maria durch vertraute und weniger vertraute Bilder gepriesen wird.


Vielleicht hilft Ihnen diese Beschreibung unsere Kirche besser zu verstehen und schenkt Ihnen neue Impulse auf ihrem Lebensweg.

Verfasser: Stephan Hartmann
Pfarrer in Aub von 1987 - 2002




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